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Broschüre "Steuerzahler haben's besser"
Regionalmanagement
Bezirk Imst
Kirchplatz 8
6426 Roppen
Tel.: +43 (0)5417 – 20 018

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Barrierefreies Imst

Ausgangssituation

Der Behindertenbericht Österreich aus dem Jahre 2008 stellt klar, dass in Österreich beinahe jeder fünfte eine Beeinträchtigung aufweist. Ein Großteil dieser Beeinträchtigungen sind körperlicher Natur und reichen von leichten Sehstörungen und Bewegungseinschränkungen bis hin zu Taubheit, Blindheit und Immobilität. Vor allem ältere Leute (ab 60 Jahren) sind überdurchschnittlich oft von diesen Einschränkungen betroffen. Betrachtet man diese Zahlen in Zusammenhang mit den demographischen Daten zeigt sich eine stets größer werdende Gruppe an Personen welche über zumindest eine körperliche Beeinträchtigung verfügt. Aus diesem Grund nimmt der Aspekt „Barrierefreiheit“ einen immer größeren Stellenwert in der Gesellschaft ein. Erste Umdenkprozesse und Anpassungen in öffentlichen Gebäuden, aber auch erste Entwicklungen im Bereich Tourismus zeigen, dass sich im Bereich der Barrierefreiheit was tut. Auch in den Städten wandelt sich das Bild, so werden Barrieren minimiert und Hilfssysteme installiert. Diesen Entwicklungen wird nicht zuletzt durch das neue Gesetz zur Barrierefreiheit vom 01.01.2016 Rechnung getragen, welches erstmals eine gesetzliche Grundlage schafft und dem Thema noch mehr Bedeutung zuspricht. Betrachtet man Tirol hinsichtlich der Barrierefreiheit, so fällt vor allem ein großes Stadt-Land-Gefälle auf. Während Innsbruck zahlreiche Hilfssysteme installiert und auch kontinuierlich Barrieren abbaut, zeigen sich am Land oftmals große Lücken. Die Stadt Imst zeichnet sich stark durch gewachsene Strukturen aus. Die Gassen sind eng, Gehsteige schmal, viele Straßen sind gepflastert und viele Kreuzungen ungeregelt und oftmals auch schwer einsehbar. Diese Eigenschaften stellen für gesunde Menschen oftmals schon große Herausforderungen dar. Für Menschen mit besonderen Bedürfnissen stellen diese Gegebenheiten aber oftmals einen starken Eingriff in die persönliche Freiheit dar. Mobil sein ist für jene Menschen in Imst zum Teil mit einigen Schwierigkeiten und Problemen verbunden. Taktile Leitsysteme, induktive Höranlagen, breite Gehsteige, rollstuhlgerechte Auffahrten, wie etwa in Innsbruck, sind in der Bezirkshauptstadt fast oder gar nicht vorhanden. Erste Erfolge erzielte man mit den abgesenkten Bordkanten, welche nun auch in Imst vermehrt errichtet werden. Auch im Bereich des ÖPNV zeigen sich erste Ansätze, so ist der Busterminal mit einem akustischen Fahrplan ausgestattet und immer mehr Busse sind rollstuhlgerecht ausgestattet.

Neben konkreten Maßnahmen bedarf es aber auch einer Sensibilisierung der Bevölkerung für diese Themen. Zahlreiche Projekte in der Region, wie etwa das Projekt Rollstuhlfreundliches Längenfeld oder Rollstuhlfreundliches Pitztal haben bereits erste Akzente dahingehend gesetzt mit der Veranstaltung Barrierefreies Imst möchte man diesen Weg nun weiter bestreiten. 

Das Projekt

Ziel:

Ziel ist es in der Stadtgemeinde Imst durch eine Veranstaltung für das Thema Barrierefreiheit die Bevölkerung zu sensibilisieren.

Vorgeschichte:

Um dieses Ziel zu erreichen wurde ein Organisationsteam bestehend aus der Projektkoordinatorin des Miteinand in Imst-Projekts Frau Johanna Heumader Schweigl, der Freiwilligenkoordinatorin des Bezirks, Marlies Trenkwalder, den Projektverantwortlichen vom Regionalmanagements Bezirk Imst, Manuel Flür und einer Schülergruppe der HAK Imst ins Leben gerufen.

In den ersten Besprechungen wurde zunächst mit dem Gedanken gespielt eine eigenständige Veranstaltung im Frühjahr 2017 durchzuführen. Nach intensiven Überlegungen und Gesprächen mit dem Stadtmarketing Imst wurde beschlossen die Veranstaltung im Rahmen der Sommerfußgängerzone Imst im August 2017 durchzuführen.

Umsetzung:

Im Vorfeld wurden im Rahmen zahlreicher Besprechungen die konkreten Programminhalte der Veranstaltung ausgearbeitet und die Verbände kontaktiert. Schlussendlich nahmen folgende Verbände und Institutionen an der Veranstaltung teil:

Institution Themenfeld
ÖZIV (Interessensvertretung für Menschen mit Behinderungen) Bewusstseinsbildung | Informationsstand
Tiroler Landesverband der Gehörlosenvereine Bewusstseinsbildung | Informationsstand
Blinden- und Sehbehindertenverband Tirol Bewusstseinsbildung | Informationsstand
Blindenfreizeiten Pater Lutz Bewusstseinsbildung | Blind Dinner
Behindertensportverein Region Imst Bewusstseinsbildung | Rollstuhlparcours
Regionalmanagement Bezirk Imst Organisation | Bewusstseinsbildung | Informationsstand
Power Band Tirol Musikalische Umrahmung
Sozialmarkt Imst Verpflegung
Lebenshilfe Imst Verkauf | Informationsstand
Stadtmarketing Imst Organisation
Freiwilligenzentrum Bezirk Imst Organisation
Miteinand in Imst Organisation
Schülergruppe der HAK Imst Organisation | Lormen-Station

Für das Projekt wurde kein Förderantrag beim Land gestellt, die Kosten für die bewusstseinsbildenden Informationsmaterialien (Plakate, Info-Poster, Postkarten, etc.) wurden zum Teil aus den Eigenmitteln des Vereins Regionalmanagement Bezirk Imst und zum anderen durch Sponsor-Beiträge, welche durch die Schülergruppe der HAK Imst organisiert wurden, gedeckt.

Die Veranstaltung

Am 12.08.2017 fand schließlich die Veranstaltung statt. Bei den zahlreichen Informationsständen konnten sich die Besucher der Veranstaltung über die Tätigkeiten der einzelnen Verbände informieren, die Braille-Schrift erlernen, einen Kuchen blind verköstigen, einen Rollstuhl-Parcours bestreiten und sich über Entwicklungen in der Region zum Thema Barrierefreiheit informieren.

Nutzen für die Region

Das Projekt leistet folgenden Mehrwert für die Region:

  • Bewusstseinsbildung zum Thema Barrierefreiheit
  • Beratungen zum Thema Barrierefreiheit
  • Stärkung des Miteinanders und des Gemeinwohls

Die Rolle des Regionalmanagements Bezirk Imst

Das Regionalmanagement Bezirk Imst fungierte bei diesem Projekt als Hauptorganisator und Ansprechpartner für die Veranstaltung.

 

Ansprechpartner

Manuel Flür, MSc

Kirchplatz 8

6426 Roppen

Tel.:       +43 5417 200 18

Mail:     manuel.fluer[]regio-imst.at