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Broschüre "Steuerzahler haben's besser"
Regionalmanagement
Bezirk Imst
Kirchplatz 8
6426 Roppen
Tel.: +43 (0)5417 – 20 018

info@regio-imst.at

ZVR: 69693322 | DVR: 4017572

  

Qualitative Milchgeldabrechnung

Ausgangssituation

Die Landwirtschaft im Bezirk Imst ist der drittgrößte Arbeitgeber für die Region. Auf einer Fläche von knapp 24.000 Hektar bauen ca. 1.800 Landwirte ihre Produkte an und treiben ihr Vieh auf die Weiden und Almen. Letztere machen ca. 20% der landwirtschaftlichen Fläche aus und bilden vor allem in den Sommermonaten einen wichtigen Bestandteil für die regionale Landwirtschaft. Auf einen Großteil dieser Fläche werden Kühe aufgetrieben. Neben Galtvieh spielen vor allem Milchkühe eine tragende Rolle im Bezirk. Insgesamt gibt es in der Region mehr als 14 Almen, welche im Schnitt von mehr als 10 Milchkühen unterschiedlicher Landwirte bestoßen werden. Die Messung der Milchmenge je Kuh und zum Teil auch die Qualitätsbestimmung der Milch wird durch Milchmesser vorgenommen. Diese individuelle Betrachtung der Kuh geht jedoch zumeist im weiteren Verlauf, bei der Abholung der Milch von Melkalmen oder bei der Weiterverarbeitung vor Ort auf der Sennalm verloren. Denn im Zuge der Abholung und Weiterverarbeitung wird nur noch die Qualität der Gesamtmilch bestimmt. Die Qualität bestimmt wiederum die Bezahlung. Die Berechnung und Weitergabe des Geldes an die einzelnen Landwirte obliegt dabei den Melk- und Sennalmen. Bis dato wurde diese Abrechnung auf unterschiedlichste Arten durchgeführt. Zumeist werden alle Bauern gleich bezahlt, unabhängig davon, wessen Kühe die qualitativ hochwertigere Milch gab.

Mit dieser Situation wandte sich ein lokaler Bauern Anfang 2017 an die Landwirtschaftskammer und das Regionalmanagement Bezirk Imst. In Rahmen mehrerer gemeinsamer Besprechungen entwickelte man das vorliegende Projekt. Ziel des Projekts ist es den aktuellen Stand an Abrechnungsarten aufzeigen und in weiterer Folge ein Abrechnungsmodell erarbeiten, welches eine standardisierte und qualitative Milchgeldabrechnung ermöglicht.

Das Projekt

Der Anfang

Das Projekt startete mit einer ersten Besprechung in der Landwirtschaftskammer Imst im März 2017. Die Vertreter der Landwirtschaftskammer, der projektverantwortliche Mitarbeiter der FH Kufstein und ein Mitarbeiter des Regio Teams unterhielten sich über die Ziele, Anforderungen und Hürden für die Ausarbeitung des weiteren Projekts. Nach erster Diskussion wurde festgelegt, dass neben der qualitativen Erfassung auch eine Lagerstandserfassung nützlich wäre. Über weitere Anforderungen und Wünsche sollte jedoch eine Befragung der direkt Betroffenen – sprich der Almwirte – Auskunft gegeben. Am 23.03.2017 fand daher in der Bezirkslandwirtschaftskammer Imst unter der Moderation einer studentischen Arbeitsgruppe der FH Kufstein ein erster Workshop statt, in welchem die grundsätzlichen Wünsche eruiert wurden und die Stimmungslage ermittelt wurde.

 

Die Arbeit

Als erster Schritt fand eine Datenerhebung statt. 12 Almwirte wurden interviewt und eine Recherche der gängigen Softwares im Bereich der Milcherfassung, Lagerstandserfassung und des Herdenmanagements wurde durchgeführt. Komplettiert wurde die Datenrecherche durch einen Blick über die Landesgrenzen hinaus. Conclusio der Datenerhebung: Die Almwirtschaft des Tiroler Oberlandes ist in seiner Struktur nur schwer mit anderen Almen Tirols vergleichbar. Dies wird dadurch begründet, dass Gemeinschaftsalmen vor allem in dieser Region existieren und im Unterland fast ausschließlich größere und kleinere Privatalmen vorhanden sind. Hinsichtlich der Auswertung unterschiedlicher Abrechnungs- und Milcherfassungsprogramme zeigte sich, dass diese durchaus Potential haben, aber eine andere Zielgruppe (Großbetriebe) ansprechen und somit für die lokalen Begebenheiten nicht ausreichen. Darauf aufbauend wurde von der FH Kufstein ein Anforderungs- und Kriterienkatalog entwickelt. Aufgeschlüsselt nach Priorität stellte sich heraus, dass für eine Softwarelösung über 180 Kriterien notwendig waren.

 

Der Abschluss

Zusammengefasst in einem Endbericht und dargestellt als Klick-Dummy zeigte sich in der Abschlussbesprechung am 21.06.2017, dass eine zukünftige Software nun weit mehr Funktionen bieten könne, als ursprünglich gedacht. Angepasst an die Wünsche und Anforderung der Almwirte, könnte die Software nun sowohl als Abrechnungstool, als ein Lagererfassungssystem und eine Informationsplattform genützt werden.

 

Wie geht es weiter?

Das gegenständliche Projekt beschäftigte sich mit der Konzeptionierung und Grundlagendatenerhebung. In einem weiteren Schritt klärt die Landwirtschaftskammer nun intern ab, ob eine Ausarbeitung des Konzepts zu einer Software möglich ist und finanziert wird. Erste Gespräche zeigten jedoch, dass man an einer Umsetzung durchaus interessiert ist. 

Nutzen für die Region

Wie bereits erwähnt, stellt die Landwirtschaft eine wichtige Säule in der Region dar. Durch eine Software zur standardisierten Erfassung der Milchqualität und des Lagerstandes wird der Bauernstand in seiner Leistungsfähigkeit gestärkt und die Almwirte in ihrer Dokumentationspflicht unterstützt. Durch eine einheitliche Erfassung wird zudem Transparenz und Vergleichbarkeit gewährleistet.

Das Projekt trägt zudem zum Kompetenzaufbau bei und hat auch positive Auswirkungen auf die betriebliche Struktur von Landwirten, da diese aufgrund guter Qualität auch bessere Verkaufspreise erlangen können und die Qualität der Produkte verstärkt kommuniziert werden kann.

Die Rolle des Regionalmanagements Bezirk Imst

Das Regionalmanagement Bezirk Imst unterstützt den Projektträger in der Antragsstellung und begleitet das Förderprojekt bis zur Abrechnung.

 

Ansprechpartner

Dr. Otmar Juen uGM

Regions- und Bezirksstellenleiter Landwirtschaftskammer

Brennbichl 53a | 6460 Imst

 

Ing. Martin Kapeller

Invekos Landwirtschaftskammer Imst

Brennbichl 53a | 6460 Imst