Es eilt!Neophyten gefährden die heimische Biodiversität

25.11.2020 - Neophyten, nicht einheimische Pflanzenarten, gefährden zunehmend die heimische Biodiversität. Eine Umfrage im Bezirk zeigt, dass auch die Bevölkerung dringenden Handlungsbedarf sieht.

Neophyten stellen nicht nur für die Biodiversität eine Gefahr dar, sondern können auch für die Menschen gesundheitliche Auswirkungen haben. So löst etwa die Ambrosia allergisches Asthma aus und der Riesenbärenklau führt bei Berührungen zu starken Verbrennungen. Das südafrikanische Greiskraut ist vor allem für unsere Nutztiere gefährlich und kann bei Kühen beispielsweise zu Leberschäden führen. Neben gesundheitlichen Problemen können invasive Neophyten aber auch zu Schäden an Infrastrukturen führen, beispielsweise ist der japanische Staudenknöterich in der Lage Betonfundamente zu sprengen.

Vor diesem Hintergrund gibt es beim Regionalmanagement Bezirk Imst und bei der Klima- und Energiemodellregion Imst schon länger Bestrebungen Lösungsansätze und Strategien im Umgang mit Neophyten zu entwickeln. Als erste Maßnahmen wurden etwa bewusstseinsbildende Maßnahmen gesetzt, um über das Thema zu informieren, auch ein Forschungsprojekt zur Entsorgung von Neophyten wurde gemeinsam mit dem Neophytenkompetenzzentrum Tirol und dem Abfallbeseitigungsverband Tirol West in die Wege geleitet. 

Um weitere Projekte abzuleiten wurde aber von Mai 2020 bis Oktober 2020 eine Umfrage in der Bevölkerung durchgeführt. Ziel war es herauszufinden wie der aktuelle Wissensstand zum Thema Biodiversität und Neophyten aussieht und wo die Bevölkerung die Verantwortung sieht. Mehr als 100 Personen nahmen an der Umfrage teil und das sind die zentralen Aussagen der Umfrage:

  • Als Hauptgefährdung für die Biodiversität orten die Befragten die intensive Landwirtschaft, den Flcähenverbrauch und das Eindringen invasiver Arten
  • Eine hohe Biodiversität ist wichtig für die Region und das Wohlbefinden sowie die Gesundheit. Der Mensch trägt die Verantwortung hierfür.
  • Die Bekämpfung des Klimawandelns, ein Umdenken in der Landwirtschaft und die Bekämpfung invasiver Tier- und Pflanzenarten stellen die wichtigsten Maßnahmen in Bezug auf den Erhalt der Biodiversität dar
  • Die Verantwortung liegt lt. den Befragten bei Land, Staat und Gemeinden. 
  • Eine deutliche Mehrheit betrachtet Neophyten als eine BEdrohung für heimische Arten und sie müssen daher bekämpft werden. 
  • Die bekanntesten Neophytenarten: Drüsiges Springkraut, Riesenbärenklau, Kanadische Goldrute, Sommerflieder

Ebenfalls zeigte die Umfrage, dass bis dato in den Gemeinden kaum Maßnahmen zur Bekämpfung von Neophyten gesetzt wurden. Es wurden jedoch in einigen Kommunen Informationsmaterialien zu Neophyten ausgegeben. 

Für mehr als 90% der Befragten ist bei der Bekämpfung von invasiven Neophyten Eile geboten. Für das Regionalmanagement Bezirk Imst, die Klima- und Energiemodellregion Imst sowie die Partner ergeben sich folgende Handlungsfelder:

  • Dringlichkeit - Es müssen möglichst bald Maßnahmen gesetzt werden.
  • Bewusstseinsbildung - Vor allem für weniger bekannte invasive Neophyten muss entsprechend Bewusstseinsbildung betrieben werden. 
  • Landwirtschaft - es gilt die Landwirtschaft mit ins Boot zu holen, um gemeinsam wirksame Maßnahmen setzen zu können. 

Die gesamten Ergebnisse der Umfrage können hier eingesehen werden.

Bei Fragen, Projektideen oder ähnlichem, können Sie sich gerne an uns wenden (info@regio-imst.at | 05417 200 18)

Bild: Drüsiges Springkraut. Foto: Konrad Pagitz
Noch Fragen?

Haben wir Ihr Interesse geweckt oder gibt es Rückfragen zu diesem Thema? Melden Sie sich bei Manuel Flür, Tel. 05417 200 18.

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