Geschichte und Gedächtnis der Migration in ÖsterreichZimmer mit Arbeit

Am Mittwoch, den 15.05.2019 findet um 20:00 Uhr im Raiffeisensaal Imst ein Vortrag zum Thema Migration im Rahmen der Ausstellung "Zimmer mit Arbeit" statt. Eintritt frei.

Ein Vortrag von 

Univ.-Prof. Mag. Dr. Dirk Rupnow
Zeithistoriker, Dekan der Philosophisch-Historischen Fakultät, Universität Innsbruck

Der Zeithistoriker und wohl profundeste Kenner der österreichischen Migrationsgeschichte wird sich in seinem Vortrag mit eben dieser Geschichte befassen, mit ihrer Wahrnehmung, ihrer (Un)Sichtbarkeit, man könnte sogar von Leugnung der Migrationsgeschichte sprechen.

Der Berliner Historiker Dirk Rupnow ist seit März 2018 Dekan der Philosophisch-Historischen Fakultät der Universität Innsbruck, wo er Migrationsgeschichte als neuen Schwerpunkt etabliert hat. In Innsbruck leitete Rupnow seit 2010 das Institut für Zeitgeschichte, hier fokussierte sich sein Forschungsschwerpunkt zunehmend auf die Themen Diversität und Migrationsforschung. 2015 gründete er das Forschungszentrum „Migration und Globalisierung“. In diesem Projekt beschäftigen sich Kolleginnen und Kollegen interdisziplinär und aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln mit dem Thema Migration. „Wir brauchen einen anderen Zugang zur gegenwärtigen Realität der Gesellschaft. Die Vielfalt muss sich auch in der Geschichte abbilden“, so Rupnow.

Zuvor war Migration in der österreichischen Zeitgeschichte praktisch nicht vorgekommen, war in der Geschichte der Österreichischen Republik nicht vorhanden. „Sichtbarkeit in der Geschichte ist eine wichtige Grundlage für gesellschaftliche Akzeptanz“, meint der Zeithistoriker.

Als besonders mühsam hat sich die Suche nach Quellen zur sogenannten Gastarbeitermigration der 1960er und 1970er Jahre erwiesen: Da man davon ausgegangen war, „Gastarbeiter“ würden das Land ohnehin bald wieder verlassen, wurden die meisten Akten vernichtet, man sah keine Notwendigkeit darin, Dinge aufzuheben.

Mittlerweile gibt es – Dank Rupnows Initiative - in Tirol ein Dokumentationsarchiv zur Migrationsgeschichte, das die Universität Innsbruck gemeinsam mit ZeMit, dem Zentrum für MigrantInnen in Tirol, und den Tiroler Landesmuseen aufgebaut hat.

Die Forschungsergebnisse sind auch in verschiedenste Vermittlungs- und Ausstellungsprojekte eingeflossen: „Geteilte Geschichte“ 2018 im Wien Museum, „Hier Zuhause“ 2017 im Volkskunstmuseum Innsbruck, bereits 2014 arbeitete Rupnow gemeinsam mit Schülern an „Hall in Bewegung“, einer Ausstellung im öffentlichen Raum über die lokale Geschichte der Migration an einem einst für „Gastarbeiter“ wichtigen Standort.

Auch die Ausstellung „Zimmer mit Arbeit“ in Imst ist letztlich auf der Basis – und mit Unterstützung - dieser vorherigen Projekte und Initiativen entstanden.

Bild: Bildarchiv Regio Imst
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