SUP: Ötztaler Dialekt

Zahlen & Fakten
Standort: Ötztal
Projektträger: Regionalmanagement Bezirk Imst
Vorgeschlagener Fördersatz: 65% für Projekte zur Bewusstseinsbildung, Bürgerbeteiligung, Schirmprojekte.
Projektlaufzeit: 05.06.2020 bis 31.03.2021

Das Projekt umfasst die Digitalisierung und Zusammenfassung von Sammlungen zum Ötztaler Wortschatz.

Ausgangssituation:

Der Ötztaler Dialekt ist ein prägendes Element der regionalen Identität. Er steht daher bereits seit Jahrzehnten im Fokus von Menschen, die sich um die Bewahrung des Kulturellen Erbes im Ötztal bemühen. Den Grundstein legte die Studie „Die Mundart des Ötztales und seiner Nachbarschaft“, verfasst von Prof. Dr. Eberhard Kranzmayer 1942-1944. Der Dichter und Volkskundler Prof. Dr. Hans Haid begann bereits in den 1960er Jahren mit der Aufzeichnung erster Wortsammlungen und widmete auch einen großen Teil seines Schaffens der Dialektpoesie. Weitere um die Dokumentation der Ötztaler Besonderheiten bemühte Persönlichkeiten sammelten ebenfalls Dialektwörter: Isidor Grießer, der gemeinsam mit Dr. Hans Haid den Ötztaler Heimatverein und in Folge das Ötztaler Heimatmuseum gründete, sammelte Dialektbegriffe und verfasste Mundarttexte. In jüngerer Zeit ergänzte Josef Öfner weitere Sammlungen, die u.a. 2015 in der Schrift „Ötztalerisch“ inklusive einem kleinen „Ötztaler Wörterbuch“ veröffentlicht wurden. Darüber hinaus existieren weitere umfangreiche Sammlungen, etwa von Siegfried Neurauter oder Markus Wilhelm. Am Tiroler Dialektarchiv befinden sich des Weiteren handschriftliche Dialektwörtersammlungen aus der Mitte des 20. Jahrhunderts, überwiegend aus der Sammlung Hans Moser und Eugen Gabriel. 2010 wurde im Übrigen die „Ötztaler Mundart“ von Dr. Hans Haid gemeinsam mit dem Ötztaler Heimatverein in das „Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes in Österreich“ eingereicht und aufgenommen.

Das Projekt:

Die vielen unterschiedlichen Sammlungen sollen nun zu einer möglichst umfangreichen Sammlung zusammengefasst – und vor allem: der breiten Bevölkerung zugänglich gemacht werden. Das übergeordnete Ziel ist die Sensibilisierung für Sprache, für die Besonderheiten der Ötztaler Mundart, und die Wertschätzung der regionalen Identität – allerdings bei gleichzeitiger Wertschätzung anderer regionaler Identitäten. Das Prädikat „Ötztalerisch – die älteste Mundart Österreichs“ soll im Zuge des Projekts kritisch hinterfragt werden, ohne dass es zu einer (neuerlichen) Wertung innerhalb vergleichbarer Dialekte kommt. In diesem Kontext wird das Projekt in enger Kooperation mit dem „Tiroler Dialektarchiv“ des Instituts für Germanistik an der Universität Innsbruck durchgeführt.

Nutzen für die Region:

Sprache ist ein zentraler Bestandteil unserer Kultur. Ein regionaler Dialekt wie der Ötztaler Dialekt ist in einem stark touristischen Umfeld eher „gefährdet“, bzw. starken Einflüssen aus anderen Regionen und der Schriftsprache ausgesetzt und daher noch einmal stärkeren Veränderungen unterworfen. Das Projekt soll helfen, für die eigene Sprachlichkeit zu sensibilisieren, den Dialekt wertzuschätzen und sich auch selbst mit Sprache, Veränderung, Identität und der Rolle von Sprache in der Gemeinschaft auseinander zu setzen.

+ Erhalt und Erlebbar machen des kulturellen Erbes (AF2 - Natur und Kulturlandschaft)
+ Bildung und Hinführung zu regionalen kulturellen Werten und Handwerk (AF2 - Natur und Kulturlandschaft)
+ Verstärkte Nutzung der Ressource von Menschen über 65 Jahren (AF3 - Funktionen und Strukturen für das Gemeinwohl)

Bildnachweis: pexels.com

Mit Unterstützung von Bund, Land und europäischer Union